Pflanzgarten Stützpunkt Laufen

Der Pflanzgarten Stützpunkt Laufen ist ein Betrieb des Unternehmens Bayerische Staatsforsten AöR. Gemeinsam mit dem Kollegialbetrieb in Bindlach bei Bayreuth produziert er Forstsaatgut und Forstpflanzen überwiegend für den Eigenbedarf, aber auch für private Baumschulen sowie private Waldbesitzer. Für anwuchsempfindliche und seltene Baumarten sowie für schwierige Standorte in den Hochlagen der Bayerischen Alpen und der ostbayerischen Mittelgebirge werden in diesem Betrieb sogenannte Kleinballenpflanzen erzeugt. Insgesamt produziert der Betrieb jährlich zwischen 1,0 und 1,5 Millionen Pflanzen und zählt unter der fachkundigen Leitung von Andreas Ludwig zu den traditionsreichsten und zugleich innovativsten Forstbaumschulen Europas.

Um die Mikroplastikbelastung unserer Wälder zu reduzieren, arbeiten wir hier gemeinsam an Lösungen für die Zukunft. Ziel ist die Entwicklung ehrlicher, nachhaltiger Produkte, die langfristig im praktischen Einsatz begleitet werden und halten, was sie versprechen – 100 % biologisch abbaubar. Im Jahr 2025 wurden im Rahmen einer Abschlussarbeit an der Fachschule für Kunststofftechnik in Wasserburg am Inn erste Prototypen in der Praxis ausgebracht und unter realen Bedingungen getestet.

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Die Wiederaufforstung und der Schutz junger Waldbäume gehören zu den zentralen Aufgaben der modernen Forstwirtschaft. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf den Jungpflanzen, da diese in den ersten Lebensjahren besonders empfindlich sind und gezielte Pflege benötigen, um ein gesundes Wachstum zu gewährleisten. Vor allem Witterungseinflüsse wie Nässe, Hitze, Frost sowie Veränderungen im Waldboden wirken sich stark auf die Entwicklung der Setzlinge aus.

Aus diesem Grund sind praxisnahe Tests von entscheidender Bedeutung. Im Pflanzgarten werden eingetopfte Pflanzen unter realen Bedingungen beobachtet, um das Verhalten der verwendeten Materialien im direkten Kontakt mit Wurzeln und Boden zu untersuchen. Da wir herstellerunabhängig arbeiten, werden verschiedene vielversprechende Materialien in unterschiedlichen Schichtstärken getestet. Dabei wird insbesondere geprüft, wie sich das Wurzelwachstum entwickelt und ob unerwünschte Erscheinungen wie Wurzelfäule oder Rundwurzelbildung auftreten. Ziel ist es, ein praxistaugliches und zugleich baumfreundliches Produkt zu entwickeln.

Neben den Umweltbedingungen hat vor allem die Materialstärke einen entscheidenden Einfluss auf die biologische Abbaubarkeit. Um die optimale Balance zwischen ausreichender Stabilität während der Anwendung und vollständigem Abbau im Boden zu erreichen, werden alle Materialien systematisch in verschiedenen Schichtstärken geprüft. Nach einem ersten erfolgreichen Einsatz in der Pflanzsaison 2025 folgt im Jahr 2026 ein größer angelegter Praxistest. Dabei soll insbesondere untersucht werden, wie sich die Pflanzen im Inneren der Versuchsfläche im Vergleich zu den Randbereichen entwickeln. Für belastbare und repräsentative Ergebnisse ist eine große Anzahl an Versuchskörpern erforderlich, weshalb der Versuch entsprechend umfangreich angelegt wird.